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Psoriasis-Arthritis
Was ist Psoriasis-Arthritis?

Psoriasis-Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung, die eng mit der Schuppenflechte (Psoriasis) zusammenhängt. Die Schuppenflechte äußert sich in Entzündungsreaktionen der Haut. Äußere Anzeichen der Psoriasis sind rote Hautstellen und Schuppen, insbesondere an den Beugestellen der Extremitäten sowie am Kopf. Ein kleiner Teil der von Psoriasis Betroffenen erkrankt auch an Psoriasis-Arthritis, wobei auch die Gelenke und die Gelenkhäute betroffen sind.

Es gibt verschiedene Ausprägungen der Psoriasis-Arthritis: Die meisten Betroffenen leiden unter einer asymmetrischen Form, die die kleinen Gelenke von Händen und Füßen, unter Umständen aber auch die Knie oder die Hüfte beeinträchtigt. Im Gegensatz dazu sind bei der symmetrischen Form jeweils die gegenüberliegenden Gelenke gleichzeitig betroffen.

Die Psoriasis-Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung. Dabei handelt es sich um Fehlsteuerung des Immunsystems, welches die eigenen Zellen des Körpers bekämpft.

Es konnte noch nicht abschließend ermittelt werden, welche Ursache die Entstehung der Psoriasis-Arthritis bedingt, vermutet wird eine genetische Disposition. Diese führt in der Regel jedoch nicht zum Ausbruch der Erkrankung, erst durch zusätzliche Auslöser wird die Erkrankung hervorgerufen. Diese Auslöser werden als Triggerfaktoren bezeichnet und können beispielsweise ansteckende Krankheiten, medikamentöse Therapien, eine Veränderung des Hormonspiegels oder auch psychologische Faktoren sein.

Im Glossar werden zum Thema Psoriasis-Arthritis wichtige Begriffe und medizinische Grundlagen erklärt. Außerdem können Sie hier auch Informationen zur Wirkweise von Medikamenten, zu diagnostischen Möglichkeiten und Verfahren sowie kurze Erklärungen zu biologischen Vorgängen in den Zellen z. B. bei Entzündungen erhalten.

Therapie Psoriasis-Arthritis

Bislang sind nur symptomatische Therapien zur Besserung dieser chronischen Erkrankung verfügbar. Wirkstoffe zur äußerlichen Anwendung sind vor allem bei der asymmetrischen Psoriasis-Arthritis, bei der jeweils einzelne Gelenke betroffen sind, angezeigt. Entzündungshemmende Wirkstoffe wie nichtsteroidale Antirheumatika werden systemisch, d. h. beispielsweise in Tablettenform, angewendet. Während zur Linderung der Schmerzen in den Gelenken unter anderem thermische Anwendungen, Physiotherapie oder auch Massagen angewendet werden können, kann eine Balneophototherapie den Hautzustand verbessern. Verschiedene Badezusätze wie beispielsweise Totes-Meer-Salz wirken sich positiv auf die Entzündung aus, danach wird die Haut mit UV-Licht bestrahlt.

Was ist Psoriasis-Arthritis?

Die Psoriasis-Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke. Sie entsteht dann, wenn sich in Folge einer Psoriasis nicht nur äußere Hautareale entzünden, sondern auch die Gelenke bzw. die Gelenkhäute betroffen sind.

Die Psoriasis oder auch Schuppenflechte ist eine chronische Hauterkrankung, die schubartig verläuft. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Zahl der an Psoriasis erkrankten Menschen in Deutschland auf rund zwei Millionen (ca. 2-3 % der Bevölkerung). Typisch für die Erkrankung sind schuppende, gerötete Hautareale v. a. an Ellenbogen, Knien und im Bereich des Kopfes. Bei rund 5-10 % aller Psoriasis-Patienten kommt es laut Schätzungen des RKI zur Ausbildung einer Psoriasis-Arthritis.

Formen der Psoriasis-Arthritis

Die häufigste Form ist die asymmetrische Psoriasis-Arthritis, bei der meist die kleinen Gelenke von Fuß und Hand, teilweise jedoch auch große Gelenke wie das Knie- oder Hüftgelenk betroffen sind. Diese Form weist ein asymmetrisches Muster auf, d. h. nicht auf beiden Körperseiten sind die gleichen Gelenke betroffen. Im Gegensatz dazu treten bei der symmetrischen Form die Beschwerden an den gleichen Gelenken auf.

Bei der sog. distalen interphalangealen Psoriasis-Arthritis sind in der Regel die Endgelenke von Fingern und Zehen betroffen. Bei dieser Form sind auch häufig Nagelveränderungen zu beobachten. Einigen Patienten haben Beschwerden an Gelenken des Achsenskeletts, in erster Linie der Wirbelsäule oder dem Kreuzdarmbeingelenk. Diese Form wird Spondylitis genannt. Bei der seltensten Form, der Arthritis mutilans, bereiten die Gelenke nicht nur Schmerzen, sondern sind zudem deformiert.

Psoriasis-Arthritis: Krankheit des rheumatischen Formenkreises

Psoriasis-Arthritis ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung und gehört damit zu den Krankheiten des rheumatischen Formenkreises, umgangssprachlich Rheuma genannt. Weil der Zusammenhang zwischen Psoriasis und Gelenkrheuma vielen Ärzten nicht bekannt ist, wird die Diagnose meist erst spät gestellt. Für eine optimale Therapie ist jedoch ein möglichst früher Behandlungsbeginn wichtig.

Die Ausprägung der Schuppenflechte (Psoriasis) hat keinen Einfluss auf die Ausbildung einer Psoriasis-Arthritis. So kann es beispielsweise sein, dass keine Hautreaktion zu erkennen ist. Dennoch ist die Gelenkentzündung auf die Schuppenflechte zurückzuführen. Ca. bei 10 Prozent der Betroffenen ist es der Fall, dass keine Hautreaktion vorliegt. Bei ca. 15 Prozent der Betroffenen kann man einen gleichzeitigen Beginn von Psoriasis-Arthritis und Schuppenflechte feststellen. In der Regel liegen aber ca. zehn Jahre zwischen Ausbruch der Schuppenflechte und Beginn der Psoriasis-Arthritis.

Gesunde Ernährung, regelmäßiger Sport sowie das Vermeiden von Übergewicht können den Verlauf der Psoriasis günstig beeinflussen. Vorbeugen kann man der Psoriasis-Arthritis nicht.

12. März 2014
Wir sind eine sehr aktive Selbsthilfegruppe und beschäftigen uns mit den Themen Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte) und anderen chronischen Hauterkrankungen. Sehr viele Betroffene leiden unter diesen Erkrankungen und fühlen sich teils persönlich und beruflich ausgegrenzt oder fühlen sich angestarrt, wenn sie mit sichtbaren Hauterscheinungen unter Menschen gehen.
  
27. Februar 2014
Hautpflege und Therapie bei Psoriasis gehen häufig ineinander über. Zur äußerlichen Anwendung (topische Therapie) geeignet sind beispielsweise Harnstoff, Salicylsäure und anderen Substanzen sowie Bade- und Lichttherapien, wie die Deutsche Haut- und Allergiehilfe schreibt.
  
17. Februar 2014
Das Köbner-Phänomen, auch bekannt unter dem Begriff "isomorpher Reizeffekt" ist eine reaktive Erscheinung der Haut. Diese tritt häufig bei der Schuppenflechte auf. Darunter versteht man das Auftreten neuer Herde an bisher unbefallenen Hautstellen, nachdem diese gereizt wurden.
  
04. Februar 2014
Neue, weitreichende Einblicke in die Regulation der Zellteilung von Hautzellen während der Entwicklung und im Alterungsprozess: Eine Studie von Forschern des Exzellenzclusters CECAD an der Universität zu Köln und der Klinik für Dermatologie und Venerologie an der Uniklinik Köln zeigt, wie das Teilungsverhalten von Hautzellen durch einen spezifischen Rezeptor an der Zelloberfläche (Insulin- und IGF-1-Rezeptor) und ein regulierendes Protein im Zellkern (p63) gesteuert wird.
  
24. Januar 2014
Rund 2 Millionen Deutsche leiden an Schuppenflechte. Spätestens jedes Jahr zum 29. Oktober am Welt-Psoriasis-Tag werden vor allem die starken psychischen Belastungen in den Vordergrund gerückt. Das Psoriasis-Zentrum der Hautklinik Erlangen des Universitätsklinikum Erlangen informiert in seiner Pressemitteilung über die psychologischen Aspekte der Psoriasiserkrankung.